Projektbeschreibungen 2011

Gutachterliche Stellungnahme im Rahmen des Vorhabens „Wohnen im Pastorenhof“ der Stadt Kappeln, Amt Kappeln, Landkreis Schleswig-Flensburg in Hinblick auf das Vorkommen von Steinkauz und weiteren gefährdeter Brutvogelarten


Gutachten im Auftrag der Molt Architekten, Kappeln

Im Rahmen des Bauvorhabens "Wohnen im Pastorenhof" in Kappeln an der Schlei sollten auf der Fläche einer ehemaligen Kleingartenanalge Gehölze entfernt und später die Fläche bebaut werden.

In 2011 war bereits ein Teil der Fläche gerodet. Eine naturschutzfachliche Eingriffsbewertung für diesen Teil in Hinblick auf den Artenschutz wurde durch die LEGUAN GMBH in 2009 bereits durchgeführt.
Im Rahmen der Begutachtung in 2009 wurde der Steinkauz vorsorglich als potenziell vorkommende Brutvogelart benannt. Für die Art befanden sich auf dem Gelände künstliche Nisthilfen.
Bei der Begehung im Jahr 2011 wurde durch eine Erweiterung des Betrachtungsraums geprüft, ob eine geeignete Habitatqualität vorhanden ist. Es wurde festgestellt, dass im Umfeld geeigneten Jagdhabitate fehlen.
Eine Erfassung mit Hilfe einer Klangattrappe sowie die Kontrolle geeigneter Brutplätze im Vorhabenbereich, ergaben keinen Nachweis des Steinkauzes.
Hierdurch wurden die Aussagen des Landesverbandes Eulen-Schutz in Schleswig-Holstein e.V., dem keine Vorkommen im Raum Kappeln bekannt sind, bestätigt.

Einzig das Vorkommen des Trauerschnäppers konnte in dem betrachteten Raum nicht ausgeschlossen werden.
Eine Beeinträchtigung des Trauerschnäppers durch das Vorhaben wurde jedoch bereits durch die in von der LEGUAN GMBH in 2009 genannten Kompensationsmaßnahmen für höhlenbewohnende Vögel kompensiert.

Das Eintreten von Verbotstatbeständen nach § 44 BNatSchG war bei einer Umsetzung der in 2009 genannten Maßnahmen auszuschließen. Es wurde in 2011 empfohlen, die Nistkästen in den von der Fällung betroffenen Bäumen in der Umgebung wieder anzubringen. Auch der Steinkauznistkasten sollte an anderer Stelle wieder angebracht werden, da auch eine Nutzung durch andere Vogelarten möglich ist.

Projektbearbeitung

Dipl.-Biol. Andreas Albig


Aktualisierung: 18.02.2013